Harte graue Irdenware

Mehrpassgefäße

FO: An den Brodbänken 3
Harte graue Irdenware
H.: 14,5 cm; 15-16 cm
14. /15. Jahrhundert

Mehrpassgefäß aus harter grauer Irdenware

Im Zuge des Kaufhausneubaus 1993 wurde auf den Grundstück „An den Brodbänken 3” neben einigen Gruben auch eine Kloake untersucht.

In der Kloake fanden sich neben neuzeitlicher Keramik auch mittelalterliche Gefäße, die in Lüneburg bisher selten geborgen wurden. Zwei vollständig erhaltene, sogenannte Mehrpassgefäße sollen näher vorgestellt werden. Bei der harten Grauware handelt es sich um scheibengedrehte, reduzierend gebrannte Irdenware. Sie erhält ihre typische schwarze bzw. dunkelgraue Scherbenfarbe dadurch, dass am Ende des Brandes der Töpferofen verschlossen wird, so dass kein Sauerstoff mehr eindringt. Der eigentlich rote Scherben wird dann dunkel.

Die Gefäße besitzen einen Standboden und den namengebenden Wellenrand mit vier bzw. fünf Einbuchtungen. Gleich unter dem Rand sitzt ein kleiner Bandhenkel. Die Gefäße gehören zu einer Gruppe, die nicht nur in Niedersachsen weit verbreitet war. Diese Gefäßform findet sich in vielen Varianten bei Irdenwaren und Steinzeugen. Es handelt sich um Trinkgefäße, aus denen sehr wahrscheinlich Bier konsumiert wurde.

Autorin: Karola Kröll; in: Denkmalpflege in Lüneburg 2002, 24-25.
 

Literatur:
König, Sonja: Mehrpaßkeramik - Eine spätmittelalterliche Form des Tafelgeschirrs in Deutschland und angrenzenden Gebieten, mit einem Verbreitungsschwerpunkt zwischen Hannover und Magdeburg. In: Stephan u. Wachowski: Neue Forschungen zur Archäologie des Mittelalters in Schlesien und Niedersachsen (Wroclaw 2001), 167-185.

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