Glas: Varia

Tintenfass

Deutschland, 17. Jh.
FO: Lüneburg, An den Brodbänken 3 (Kloake)
H max. 4,5 cm; Ø Boden 4,6 cm; Ø Lippe 2,4 cm; Gd. 2,1 mm
Hellgrünes, blasiges Glas. Stellenweise bräunlich korrodiert.
 

Tintenfass

Gewölbter Boden. Unregelmäßig geformt: Boden eher viereckig, Schulter zylindrisch. Lippenrand verschmolzen, nicht verdickt.
 

Kleines Tintenfass in sehr einfacher, weit verbreiteter Ausführung. Der überschmolzene gerade Rand diente zum Abstreifen der überflüssigen Tinte bei Benutzung eines Federkiels.
 

Stundenglashälfte

Deutschland, 16./17. Jh. FO: Lüneburg, Burmesterstraße 6 (Kloake)
H max. 7,7 cm; Ø Boden 4,5 cm; Ø Lippe 2,6 cm; Gd. Lippe 1,8 mm
Hellgrünes, blasiges Glas. Leicht getrübt.
 

Stundenglashälfte

Minimal gewölbter Boden. Kaum verdickte, waagerecht ausbiegende Lippe.
 

Bei diesem kleinen flaschenförmigen Glasgefäß wird es sich vermutlich um die Hälfte eines Stundenglases (Sanduhr) handeln. Bei den Stundengläsern wurden zwei solcher Gefäße Lippe auf Lippe aufeinandergesetzt, verkittet und verschnürt. Mit einer gelochten Scheibe größeren oder kleineren Innendurchmessers, die sich zwischen den Hälften befand, konnte die Schnelligkeit des herabrieselnden Sandes reguliert werden. Sanduhren in dieser Ausführung sind seit dem 15. Jahrhundert belegt und noch im 18. Jahrhundert in Norwegen hergestellt worden.

 
Autor: Peter Steppuhn; in: Glaskultur in Niedersachsen, 2003, 15 u. 176-179 (gekürzt).
 

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