Glas: Varia

Messbecher oder Vogeltränke

Deutschland (Hils?), 1. H. 17. Jh.
FO: Lüneburg, Große Bäckerstraße 27 (Kloake)
H max. 8,6 cm; Ø Lippe 5,7 cm; Gd. 2,4 mm
Grünes, sehr blasiges und schlieriges Glas. Geklebt.
 

Messbecher oder Vogeltränke

An der Unterseite Abriss vom Hefteisen. Trichterförmiges Profil, dreieckiger Querschnitt. Lippe nicht verdickt.
 

Für kleine Becher mit mindestens einer abgeflachten Seite sind bereits viele Funktionszuweisungen vorgenommen werden. Das wenig qualitätvolle und relativ dicke Glas lässt einen simplen Gebrauchszweck vermuten. So erscheint eine Verwendung als Messbecher oder Vogeltränke, Lampe oder Tintenglas möglich. In Lübeck fanden sich die kleinen Gefäße u. a. im Fundmaterial der ehemaligen Ratsapotheke, was auf eine Verwendung im medizinisch-pharmazeutischen Bereich hinweist. Aus den Niederlanden sind kleine abgeflachte Gläser als Vogeltränken zum Einhängen in Vogelkäfige bekannt. Glasgefäße in dieser Ausführung, jedoch mit abgeflachter Spitze und somit (allerdings nicht sehr sicherer) Standfläche sind als sogenannte Kiepenbecher in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts auf Glashütten im Hils hergestellt worden. Auch hier wird eine Deutung der Becher als Lampeneinsätze favorisiert.

 
Autor: Peter Steppuhn; in: Glaskultur in Niedersachsen, 2003, 15 u. 176 f. (gekürzt).
 

Autor: Peter Steppuhn; in: Glaskultur in Niedersachsen, 2003, 86-89 (gekürzt).
 

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