Glas: Stangengläser

Stangengläser: Einführung

Stangenförmig ausgezogene, zum Teil gebauchte hohe Gläser bestanden zunächst aus einer Glasstange, an die ein Fuß angesetzt wurde (Vgl. böhmische Stangengläser: Glas 1 und Glas 2). Die jüngeren Varianten bestanden aus einem Stück, wobei der Fuß mit hohlem Rand durch ein Hochstechen der Glasblase gebildet wurde.

Mehrkantige Stangengläser (Vgl. Achtkantglas) erhielten ihre Form durch Einführen eines Sternförmigen Tonmodels in den noch formbaren Gefäßkörper; sie wurden bereits um 1300 in deutschen Glashütten hergestellt und erlebten Ende des 16. Jahrhunderts eine Renaissance. Die bis zu 50 cm hohen Glasgefäße gelten ebenso als reine Biergläser wie die böhmischen Exemplare der Zeit um 1400 (s.o.) und die ähnlich geformten Varianten des 15. und 16. Jahrhunderts aus deutschen Glasbetrieben (schlankes Keulenglas 2).

Besonderheiten stellen Gläser aus gelbbrauner oder blauer Glasmasse dar, eine Stange mit roten Fadenauflagen hat bislang nur eine Parallele im Fundmaterial der Stadt Lübeck (Stangenglas mit roten Fäden).

 
Autor: Peter Steppuhn; in: Glaskultur in Niedersachsen, 2003, 12 (gekürzt).
 

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