Glas: Kelchgläser

Kelchglas mit Fadendekor

Westdeutschland, Anfang 16. Jh.
FO: Lüneburg, Auf dem Wüstenort (Kloake 3)
H 8,7 cm; Ø Fußring 9,4 cm;
Ø Schaftdekor 2,9 cm; Gd. Kuppaboden 2,4 mm
Grünblaues Glas. Zum Teil irisiert und korrodiert.
 

Kelchglas mit Fadendekor

Hochgezogener Fuß mit angeschmolzenem und gekniffenem Fußring. Gekerbte Fadenauflage am Übergang vom Fuß zum Schaft. Massiver Schaft mit wellenförmiger Fadenauflage. Ansatz des Kuppabodens.
 

Kelchgläser mit massivem Schaft und darauf angebrachter Fadenauflage sind seit dem späten 13./frühen 14. Jahrhundert bekannt. Die frühen Gläser, die vermutlich aus dem Rhein-Maas-Gebiet oder Südfrankreich stammen, sind jedoch durchweg feiner gearbeitet. Das Lüneburger Exemplar gehört zu einer „Neuauflage” von Kelchgläsern mit fadenverzierten Schäften, die vornehmlich vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts produziert wurden. Die insgesamt gröber gearbeiteten Kelche sind vermutlich im rheinischen Raum hergestellt worden, wenn man die Funddichte solcher Gläser dort als Indiz für das Entstehungsgebiet annehmen möchte.

 
Autor: Peter Steppuhn; in: Glaskultur in Niedersachsen, 2003, 114 f. (gekürzt).
 

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