Glas: Flachglas

10 Tafeln von Fensterverglasungen

Niedersachsen, 16./17. Jh.
FO: Lüneburg, Glockenhof (Kloake 4)
Max. 9,5 x 6,0 cm; Gd. 1,2-1,4 mm Gelbgrünes und blaugrünes Glas.
 

Tafeln von Fensterverglasungen

Zylindergeblasene rautenförmig zugerichtete Flachglastafeln. Allseits gekröselt. Spuren von Bleifassungen.
 

Zur Verglasung größerer Fensterflächen fügte man seit dem frühen Mittelalter mehrere kleine Tafeln oder Scheiben zusammen, die untereinander zunächst mit Holzstegen, seit dem 9. Jahrhundert auch mit einem Bleirutennetz verbunden waren. Die Form der Flachglasstücke konnte dabei recht unterschiedlich sein. Am geläufigsten waren rechteckige, quadratische oder rautenförmige Formen, die aus zylindergeblasenen Glastafeln gebrochen oder geschnitten und anschliessend einzeln zugerichtet wurden. Daneben gab es runde Butzenscheiben, die ohne weitere Bearbeitung in ein Blei-netz eingepasst worden sind. Auf zeitgenössischen Bildquellen sind gelegentlich Glasfenster dargestellt. Ein Gemälde von Derick Baegert „Der hl. Lukas malt die Madonna mit dem Jesuskind”, das um 1480 entstand, lässt erkennen, dass sich innerhalb desselben Fensters in den Oberlichtern eine Verglasung aus Rauten befindet, während die Fensterflügel mit Butzenscheiben bestückt wurden.

 
Autor: Peter Steppuhn; in: Glaskultur in Niedersachsen, 2003, 184 f. (gekürzt).
 

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