Glas: Zwischenform Römer/Spitzbecher

(Ringel-?) Becher mit Fadendekor

Deutschland, um 1600
FO: Lüneburg, Auf dem Wüstenort (Kloake 4)
H 8,7 cm; Ø Fuß 5,6 cm; Gd. 0,9 mm.
Blaues Glas. Geklebt.
 

Becher mit Fadendekor

14fach gewickelter Fuß. Spitz hochgestochener Boden. Aufgelegter, 9fach nach oben ausgezogener Faden, an den Enden halbkreisförmig gekniffen (6 Enden noch erhalten). Kuppa mit aufgelegtem Spiralfaden unterhalb der Lippe.
 

Der Lüneburger Becher ist eine Zwischenform von dem blauen Römer und den Spitzgläsern. Der für den Römer klassische gerade Hohlschaft ist hier geschwungen, nur die bauchige Kuppa erinnert an die Römerform. Eine weitere Variante ähnlicher Becher stellen die sogenannten Ringelbecher dar. Diese besitzen als zusätzlichen Dekor an der Kuppa zwei oder drei Ösen mit frei beweglichen Ringen. Ringelbecher wurden nicht nur in Glashütten Südniedersachsens, sondern auch im Spessart hergestellt. Reste von Ösen oder Ringen fanden sich bei dem Lüneburger Glasgefäß nicht. Daher kann nicht mit Sicherheit entschieden werden, ob es sich hier um einen Ringelbecher handelt.

[Zum Vergleich der Ringelbecherform siehe z.B.:]

 
Autor: Peter Steppuhn; in: Glaskultur in Niedersachsen, 2003, 76 (gekürzt).
 

Sitemap    Impressum    Datenschutzerklärung

www.stadtarchaeologie-lueneburg.de