Spielstein

Tabak und Tonpfeifen im südlichen Ostseeraum und in Schlesien :: 2004-2006

Eine Ausstellung mit dem Arbeitskreis Tonpfeifen, dem Ostpreußischen Landesmuseum u. der Stadtarchäologie Lüneburg

Wer im 17. Jahrhundert dem neuen Genuss des Rauchens frönen wollte, benötigte ein Hilfsmittel - eine Tonpfeife! Das blieb bis ins 19. Jahrhundert so, denn trotz der zunehmenden Konkurrenz von Pfeifen aus anderen Materialien, Zigarren, Schnupf- und Kautabak waren Tonpfeifen das populärste Hilfsmittel zum Genießen von Tabak, sozusagen die "Zigarette" des 17. und 18. Jahrhunderts.

Historische Tonpfeifen sind nicht nur für den Archäologen sehr interessant. Sie sind sehr häufig unbeschadet im Boden erhalten und geben mit vielfältigen Verzierungen, Marken und Inschriften Auskunft über Ort und Zeit ihrer Herstellung. Tonpfeifen sind wichtiges "Leitfossil" für andere Funde des Alltags, die sich nicht so genau datieren lassen. Sie gelten als das wichtigste archäologische Zeugnis für die Kulturgeschichte (nicht nur) des Rauchens im Barock.

Die sich der Kulturgeschichte dieses Alltagsgegenstandes früherer Zeiten widmende Ausstellung blickt erstmals besonders auf die Entwicklung im südlichen Ostseeraum und in Schlesien. Archäologische Funde aus Ost- und Westpreußen, aus Estland und Schlesien belegen den Konsum von Tabak mit Tonpfeifen schon seit dem frühen 17. Jahrhundert.

Wie Tonpfeifen hergestellt wurden, zeigt die Ausstellung ebenso wie Produkte aus Warschau und den beiden wichtigen preußischen Manufakturen in Rostin in der Neumark und in Sborowski in Oberschlesien aus dem 18. Jahrhundert. Im Vergleich mit den Funden von Tonpfeifen aus Verbrauchsorten wie Lüneburg können Aussagen über die Vorlieben der Tonpfeifenraucher gemacht werden. Zahlreiche Leihgaben aus dem In- und Ausland verdeutlichen den Konkurrenzkampf der Tonpfeifen gegen Pfeifen aus anderen Materialien.

Die Ausstellung wurde von Ralf Kluttig-Altmann und Martin Kügler
vom internationalen Arbeitskreis Tonpfeifen erarbeitet.

Sie war mit einer internationalen
Tagung vom 30.04.-01.05.04
im Ostpreußisches Landesmuseum in Lüneburg und einem geselligen "Tabakkollegium" verbunden.

Zur Ausstellung erscheint ein
Katalog.
 

Tabakpflanze nicotianum nicotianum

Tabakpflanze nicotianum nicotianum, Stich aus dem 19. Jh., Sammlung Kluttig & Kügler


niederländische Tonpfeifen

Niederländische Tonpfeifen aus dem 17. Jh., Fundort: Altstadt von Elbing, Museum Elblag/ Elbing, Polen.


Schale mit Tonpfeiferaucher

Schale mit Tonpfeiferaucher, Lüneburg, 1818, Museum für das Fürstentum Lüneburg.


glasierte Tonpfeifen

Glasierte Tonpfeifen aus Schlesien (?), 17. Jh., Fundort: Breslau, Archäologisches Museum Wroclaw/ Breslau, Polen.


Gesteckpfeifenkopf

Gesteckpfeifenkopf mit "Hexen"-Relief, Fa. Gambier, Frankreich (?), Mitte 19. Jh., Stadtmuseum Tartu/ Dorpat, Estland.



Pfeifenform und Tonpfeife

Pfeifenform und Tonpfeife, Westerwald, 19./20. Jh.
Sammlung Kluttig & Kügler.

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Stationen der Ausstellung

für weitere Informationen siehe:

KnasterKOPF

zum Thema siehe unsere Online-Ausstellung:

Abb. rechts: KnasterKOPF - die Fachzeitschrift für Tonpfeifen und historischen Tabakgenuss.
 

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