Spielstein

Bodeneinblicke :: 05.08 - 01.09.2002

11 Jahre Stadtarchäologie in Lüneburg

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Ausstellungsort: Museum für das Fürstentum Lüneburg

Vortrag zur Ausstellung von Dr. Edgar Ring am 29.08.2002.

Tonscherben, Backsteine, Gläser, Textilien, Leder, Holz, Metall... Die Liste der Funde und Befunde ist lang, die die Stadtarchäologie in den vergangenen 11 Jahren im Untergrund der Stadt Lüneburg freilegte.

1991 stellte die Stadt erstmals einen Stadtarchäologen ein. Ausgrabungen förderten reichlich Quellen zur Stadtgeschichte ans Tageslicht.

Kloaken - Toiletten und Müllschlucker - mit unzähligen, gut erhaltenen Funden wurden untersucht. Die Geschichte des Scharnebecker Hofes im Schatten der Nikolaikirche wurde erforscht. Die umfangreiche Ausgrabung in einer Töpferei, die vom 16. bis zum 18. Jahrhundert produzierte, beleuchtet die Herstellung von Geschirr, reich verzierten Ofenkacheln und Terrakotten.

Emailbeschlag aus Limoges

Die Ursprünge der untergegangenen St. Lambertikirche standen im Mittelpunkt einer mehrjährigen Ausgrabung auf dem Lambertiplatz.

Abb. rechts: Darstellung Johannes des Täufers, ehemaliger Kreuzbeschlag, Kupfer mit blauen Emaileinlagen, teilvergoldet, Limoges, ca. 1215-1230, FO.: St. Lambertikirche, Lüneburg (Restaurierung u. Foto: Nieders. Landesamt für Denkmalpflege).

Diese verschiedenen Ausgrabungen erläutert die Ausstellung und stellt die zahlreichen Funde vor. Keramikgefäße des 14. Jahrhunderts, Gläser aus Böhmen und den Niederlanden, Fayencen aus Portugal, Daubenschalen, Email aus Limoges, Tuchplomben, Gewürze aus Afrika, Steinzeug aus dem Rheinland und Sachsen, ein Schuhleistenkeil, eine Maultrommel: nur einige Beispiele der Funde, die den Alltag, den Handel und das Handwerk vergangener Jahrhunderte widerspiegeln.

Die Geschichte wird begreifbar. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Er erscheint plötzlich vor unseren Augen wie der junge Mann in dem
Schraubtaler, der bei der Ausgrabung der St. Lambertikirche gefunden wurde: lange Haare, Bart, Spitzenkragen, Wams. Gemalt 1635, als Liebesgabe für seine Braut.

 

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